Vor dem Bundesparteitag der CDU am Freitag in Hamburg beziehen immer mehr prominente CDU-Vertreterinnen und -Vertreter Stellung im Rennen um den Parteivorsitz. So hat sich Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble beispielsweise für Friedrich Merz ausgesprochen, während Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günter offen für Annegret Kramp-Karrenbauer wirbt. Die rheinland-pfälzische CDU-Chefin und Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner hingegen duckt sich vor einer Positionierung mit fadenscheinigen Gründen weg.

Dazu erklärt Roger Lewentz, rheinland-pfälzischer SPD-Landesvorsitzender:

„Die Argumente von Julia Klöckner sind unglaubwürdig und werden von ihren prominenten CDU-Kollegen öffentlich ad absurdum geführt. So erklärte Julia Klöckner diese Woche, die Stimmung sei schwer einzuschätzen. Und auf die Frage, warum sie sich im Vorfeld nicht festlege, entgegnete sie, sie wolle den spürbaren innerparteilichen Schwung nicht negativ beeinflussen. Wirft sie den anderen, die eine Empfehlung ausgesprochen haben, also genau das vor?

Für mich ist die Sache klar: Julia Klöckner ist offenbar im Gegensatz zu Schäuble, Günter und anderen CDU-Kollegen sehr weit weg vom innerparteilichen Prozess und der CDU-Basis. Sollte eine Landesvorsitzende nicht genau einschätzen können, wie die Stimmung in ihrem Verband ist? Zumindest ist das mein Verständnis von verantwortungsvoller Parteiführung.

Die Zurückhaltung ist ein Zeichen von Schwäche. Ich sage, diese ungewohnt meinungsschwache und unambitionierte Julia Klöckner hat Angst vor der öffentlichen Entscheidung, weil sie kein sicheres Gespür für die Machtfrage in der CDU hat. Und weil sie mit Blick auf ihr eigenes Wahlergebnisse als stellvertretende Parteivorsitzende mit allen Liebkind sein will.“