Anlässlich des 70. Geburtstags von Rudolf Scharping am Samstag, 2. Dezember, gratuliert Roger Lewentz, Landesvorsitzender der SPD Rheinland-Pfalz:

„Im Namen des SPD-Landesverbandes Rheinland-Pfalz möchte ich Rudolf Scharping herzlich zu seinem runden Geburtstag gratulieren. Die nun schon 26-jährige Erfolgsgeschichte der SPD Rheinland-Pfalz fußt auf seinem Wahlerfolg von 1991, mit dem Rudolf Scharping aus dem schwarzen Land ein rotes machte. Ich erinnere mich noch sehr gut an den Jubel, mit dem ihn sein SPD-Heimat-Ortsverein am Wahlabend in Lahnstein empfing. Vom Wahlsieg in Mainz war er am späten Abend noch in das damalige Stammlokal der Sozialdemokraten im Stadtteil Oberlahnstein gekommen. Viele der Genossinnen und Genossen in der überfüllten Gaststätte konnten es noch gar nicht fassen, dass es die SPD unter Rudolf Scharpings Führung geschafft hatte, nach mehr als 40 Jahren die Vorherrschaft der Union zu beenden.

Als erster sozialdemokratischer Ministerpräsident legte er den Grundstein für das Erfolgsland Rheinland-Pfalz. Dabei konnte er bereits damals auf ein solides politisches Fundament aufbauen, das er sich in der Kommunalpolitik in Stadtrat und Kreistag sowie als Abgeordneter und Fraktionsvorsitzender in der Landespolitik erworben hat. Sein Grundsatz, Neues mit Bewährtem zu verbinden, ist auch heute noch wichtiger Bestandteil des Selbstverständnisses der rheinland-pfälzischen Sozialdemokratie. Rudolf Scharping hat sich zurecht den Spitznamen „Genosse Scharfsinn“ erworben. Er hatte und hat das Talent, komplizierte Sachverhalte zu erfassen, zu analysieren und dann verständlich zu erklären. Damit hat er viele politische Probleme lösen können.

Sein runder Geburtstag ist auch Anlass, mich an sein „offenes Haus“ in seiner früheren Heimatstadt Lahnstein zu erinnern. In der Wilhemstraße im Stadtteil Oberlahnstein gingen viele Menschen ein und aus. Bekannte und Freunde aus der Region ebenso wie Weggefährten aus der Politik und der Kultur. Gerne denke ich an den Besuch von Willy Brandt bei Rudolf im April 1991 kurz vor der Landtagswahl zurück. Freundschaftlich verbunden war er Konstantin Wecker, der gleich mehrfach bei Scharpings zu Gast war und sich dort gerne ans Klavier im Esszimmer setzte. Legendär waren auch seine Sommerfeste im heimischen Garten, die sich stets zu einem bunten Treffen von vielen Menschen aus der Politik, der Kultur und der Medienwelt entwickelten.

Als Ministerpräsident hat er stets seine Heimat im Auge behalten. So war er vor gut 25 Jahren der Initiator von „Tal total“. Rudolf Scharping hat durchgesetzt, dass seine Vision vom autofreien Mittelrheintal seitdem einmal im Jahr Wirklichkeit wird. Und mit einem gewissen Stolz kann ich darauf verweisen, dass ich als sein Referent in der Staatskanzlei von Beginn an mit der Organisation befasst war. Überhaupt hat mich Rudolf Scharping persönlich in meiner politischen Laufbahn stark geprägt. Als er SPD-Kreisvorsitzender im Rhein-Lahn-Kreis war, wurde ich zum Juso-Kreisvorsitzenden gewählt. Später bin ich ihm in den Ämtern als Kreisvorsitzender, Landtagsabgeordneter und schließlich als SPD-Landesvorsitzenden gefolgt. Und stets trat ich in große Fußstapfen. Seine Bodenhaftung und die Entschlossenheit, für seine Visionen zu kämpfen, sind mir bis heute Vorbild.“

Rudolf Scharping hat gemeinsam mit Kurt Beck die rheinland-pfälzische SPD zu einer starken politischen Einheit geformt. Beide haben uns gelehrt, intern offen und auch kontrovers zu diskutieren, nach außen aber geschlossen und gemeinsam aufzutreten.