Daniel Stich, Generalsekretär der SPD Rheinland-Pfalz:
 
„Natürlich sind Herr Gaulands Annäherungen an demokratische Politiker durchschaubar: Er will die AfD als demokratisch und wählbar erscheinen lassen. Dennoch lässt es sehr tief blicken, wenn Alexander Gauland zuvorderst Julia Klöckner benennt, wenn er von einer Zusammenarbeit mit CDU-Politikern redet. Bislang schlitterte Klöckner zwischen Merkel und Seehofer hin und her. Mit ihrem Plan A2 fiel sie zum Beispiel der Kanzlerin massiv in den Rücken und bewegte sich deutlich auf CSU-Kurs.
 
In der gestrigen ZDF-Sendung „wie geht’s, Deutschland?“ hatte sich dann selbst CSU-Generalsekretär Andreas Scheuer stark von der AfD distanziert, die Rechtsradikale in den eigenen Reihen duldet. Dabei ist eher die CSU bekannt für ihren Kurs rechts der Kanzlerin. Da ist es schon bezeichnend, wenn Herr Gauland sich scheinbar eher eine Zusammenarbeit mit der stellvertretenden CDU-Bundesvorsitzenden Julia Klöckner vorstellen kann. Und daran ist Frau Klöckner selbst schuld: Mit ihren populistischen Papieren wie „Rechtsstaat statt Gottesstaat“ lockt Frau Klöckner offenbar erfolgreich die Rechtspopulisten an – obwohl sie sich doch sonst immer entschieden gegen den Vorwurf verwehrt, am rechten Rand zu fischen.
 
Julia Klöckner vertritt immer wieder Positionen, die weit über gemäßigte CDU-Politik hinausgehen und weit von der Mitte der Gesellschaft entfernt liegen. Sie zielt mit Äußerungen wie kürzlich vom realitätsfernen Gottesstaat Rheinland-Pfalz lieber auf die schnelle Schlagzeile, als sich dem Integrationsthema verantwortungsbewusst zuzuwenden, wie das Malu Dreyer und die Landesregierung tagtäglich tun. Die SPD steht im Land und im Bund für eine verlässliche und klare Politik und giert nicht ungeachtet des gesellschaftlichen Zusammenhalts nach der schnellen Schlagzeile.
 
Mittlerweile muss man klar sagen: Wer am 24.9. Merkel wählt, bekommt nicht nur Seehofer frei Haus, sondern auch eine Julia Klöckner, mit der die AfD scheinbar gerne zusammenarbeiten würde.“