„Die SPD wird gebraucht, und zwar als Regierungspartei. Denn keine der großen gesellschaftlichen Aufgaben unserer Zeit lassen sich ohne das soziale Denken, das soziale Maß, den sozialen Kompass der Sozialdemokratie meistern.“ Diese Worte hatte Malu Dreyer vor drei Jahren am 10. November gesagt, als sie als Ministerpräsidentin nominiert wurde. „Drei Jahre sind seitdem vergangen. Drei Jahre, in denen wir Rheinland-Pfalz sozial gerechter gemacht haben, in denen wir Rheinland-Pfalz wirtschaftlich erfolgreicher und solidarischer gemacht haben: In der Bildungspolitik und Pflegepolitik, auf dem Arbeitsmarkt, mit unseren Kommunen, beim bürgerschaftlichen Engagement oder mit dem Ausbau des schnellen Internets.“ Hier eine Zusammenfassung ihrer Rede vom 14. November 2015:

Ein starkes Team
Das gelingt uns, weil wir in der Regierung eine starke Mannschaft haben und weil wir Sozialdemokratinnen und Sozialdemokraten ein starkes Team sind: In der Regierung, in der Fraktion und der Partei. Und keine andere Partei ist so stark in den Regionen vertreten wie die SPD. Und keine andere Partei vertritt unsere Regionen so stark in Mainz! Alexander Schweitzer, Doris Ahnen, Roger Lewentz, um Euch mal herauszunehmen. Ihr seid nicht nur Top-Leute, sondern Ihr seid auch ein leidenschaftlicher Pfälzer, eine stolze Rheinhessin und ein überzeugter Rheinländer! Mit Euch wissen die Menschen in Eurer Heimat, dass sie durchsetzungsstarke Politiker in Mainz haben.

Wer bleiben darf, wird integriert
Vernunft und Verantwortung sind unsere Leitmotive bei der Flüchtlingspolitik. Verlässlich, klar und auf Grundlage der Werte unserer Gesellschaft, so machen wir das. Wir waren eines der ersten Länder, das eine Task-Force eingerichtet hat. Wir geben derzeit 12.500 Menschen in der Erstaufnahme ein Dach über dem Kopf und registrieren sie vom ersten Tag an. Wir setzen das Asylrecht konsequent um: Wer bleiben darf, wird integriert. Wer nicht bleiben darf, muss das Land wieder verlassen.
Es macht mich wütend zu sehen, wie verantwortungslos von der CDU und CSU gehandelt wird. Der Bundesinnenminister hält sich nicht an die im Sommer getroffenen Beschlüsse. Wir haben noch immer keine schnelleren Asylverfahren. Wenn Thomas de Maizière 1962 die Flut in Hamburg gemanagt hätte, hätte es schlecht gestanden um diese Stadt. Das passt ins Bild, das die Unionsparteien insgesamt abgeben: Der eine vergleicht die Flüchtlinge mit einer Lawine, der nächste fordert Haftzonen an der Grenze, die andere sieht in der Burka das Hauptproblem. Das ist Populismus, aber kein ernsthafter Beitrag zur Bewältigung der Herausforderungen. Dies ist das Gegenteil von Vernunft und Verantwortung.

Rheinland-Pfalz ist ein Familienland
Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf ist eine Schlüsselfrage für die Familien bei uns. Wir sind schon jetzt Spitze bei Betreuung, sowohl bei Kitas als auch bei Ganztagsschulen. Und wir wollen darüber diskutieren, wie wir die Öffnungszeiten der Kitas flexibler machen können und die Eltern in den Ferien besser entlasten können. Dabei ist für uns klar: Alle Kinder sollen davon profitieren. Mit mir als Ministerpräsidentin, mit uns als SPD, wird die Bildung weiterhin gebührenfrei bleiben. Wir müssen jedem klar machen: Mit der CDU werden die Familien wieder zur Kasse gebeten. Dreiviertel aller Familien müssten über 900 Euro pro Jahr für die Kita zahlen.

Der persönliche Pflege-Manager
Wir müssen die gleiche Sorgfalt und Energie wie für unsere Kinder auch für die letzten Jahre unserer Lieben aufbringen. Ältere und Alte können darauf vertrauen, dass sie gut und pfleglich versorgt werden. Für unsere exzellente Pflegestruktur habe ich in diesem Jahr den Deutschland Pflegepreis erhalten. Viele Menschen quält aber die Sorge, was passiert, wenn man selber, die eigenen Eltern oder der Partner von einem Tag auf den anderen pflegebedürftig wird und vieles organisiert werden muss. Wer hat dafür die Zeit? Wer hat dafür das Wissen? Ich will, dass alle Familien die Sicherheit haben: Wenn der Pflegefall eintritt, gibt es jemanden, der hilft. Alle Menschen in Rheinland-Pfalz sollen im Pflegefall Rechtsanspruch auf einen Persönlichen Pflege-Manager haben, mit ihm werden sie einen Helfer an die Seite bekommen. Um dies umzusetzen, werden wir unsere Pflegestützpunkte aufwerten.

Erfolgsland Rheinland-Pfalz
Ich will, dass Rheinland-Pfalz auch in Zukunft ein Erfolgsland ist. Ein Land, in dem Familien gut leben und arbeiten können. Zukunft heißt aber auch gute Arbeit, starke Wirtschaft und die Chancen der Digitalisierung zu nutzen. Weil wir möchten, dass alle jungen Menschen bei uns gute Arbeit finden, werden wir ab nächstem Jahr die Studien- und Berufsberatung an unseren Schulen flächendeckend anbieten. Unsere Schülerinnen und Schüler sollen wissen, welche Möglichkeiten für eine Ausbildung oder ein Studium sie haben, sie sollen kompetent in eigener Sache sein.
Es geht auch in Zukunft um gute Bezahlung. Deswegen heißt gute Arbeit weiter Mindestlohn! Der Mindestlohn ist die Garantie für mehr gute Arbeit! Mit uns wird es keine Ausnahmen vom Mindestlohn geben! Da stehen wir an der Seite der Gewerkschaften, da sind wir ganz klar!
Die Gewerkschaften sind unser Partner. Jetzt und in Zukunft! Rheinland-Pfalz ist das Land der Sozialpartnerschaft. Und ich bin froh, dass wir starke Gewerkschaften haben, die im guten Dialog mit den Arbeitgebern sind. Auch das bringt die Wirtschaft voran!
Keine Innovation ist heute mehr vorstellbar ohne Internetzugang. Wir haben große Fortschritte gemacht beim schnellen Internet. Und wir werden uns Ziel erreichen: Schnelles Internet im ganzen Land bis 2018!
Ich will, dass Rheinland-Pfalz dabei Spitze ist, alle mitzunehmen, dass Rheinland-Pfalz Spitze bei der Integration ist. Die Flüchtlinge stellen uns natürlich vor eine große Herausforderung. Umso wichtiger ist es, dass wir mit Herz und Verstand, aber nicht unbedacht handeln. Was uns wirklich gelingen muss, ist den Flüchtlingen, die bleiben dürfen, Zugang zu unserer Gesellschaft zu ermöglichen. Das heißt Zugang zum Arbeitsmarkt, Zugang zu den Kitas, zu den Schulen, den Berufsschulen, den Hochschulen und in unsere Nachbarschaft. Mitten in unser Leben.

Zusammenhalt
Wir denken Gesellschaft zusammen. Kein Arbeitsloser muss Sorge haben, dass es für ihn keine Unterstützung mehr gibt. Genauso haben junge Menschen ohne Schulabschluss oder Menschen mit abgebrochener Ausbildung ein Recht auf eine zweite Chance! Unsere Antwort auf Unsicherheit ist soziale Gerechtigkeit!
Wir machen den Flüchtlingen ein Angebot auf Gleichheit. Die, die bei uns bleiben dürfen, sollen die gleichen Chancen auf Bildung, auf Ausbildung und Arbeit haben wie alle anderen auch. Aber genauso müssen sie die Werte unserer Gesellschaft, die auf Gleichheit beruhen, anerkennen. Das betrifft die die Gleichheit von Mann und Frau oder die gleichen Rechte für Schwule und Lesben. Genau wie es im Grundgesetz festgelegt ist!

Rechtsextreme haben bei uns keinen Platz
In unser Land sind Töne zurückgekehrt, die Angst machen. Vor unseren Augen sehen wir Bilder, die wir niemals wieder sehen wollten. Ich sitze vor dem Fernseher und höre Parolen, die unsere Werte, unsere Demokratie, unser ganzes Weltbild nieder brüllen wollen. Das ist es, worum es momentan in Deutschland wirklich geht. Um den Geist, um die Normen, unserer Verfassung. Für diesen Geist müssen wir aufstehen. Wir alle. Wir machen uns auch Sorgen, wir machen uns auch Gedanken. Aber wir hetzen nicht. Wir drohen nicht. Wir zündeln nicht. Wehret aller bösen Anfänge! Als soziale Demokratinnen und soziale Demokraten.
Und macht Euch nichts vor: Wer in den letzten Wochen Äußerungen von dem einen oder anderen Politiker der AfD im Fernsehen gesehen hat, der weiß: Diese Partei ist nicht nur rechtspopulistisch sondern in vielen Teil rechtsextrem! Ich will nicht, dass diese Partei im nächsten Landtag sitzt! Rechtsextreme haben bei uns in Rheinland-Pfalz keinen Platz! Lasst uns dafür kämpfen!

„Packen wir es an.“
Wir müssen kämpfen. Wir wollen gewinnen. Ich will Eure Ministerpräsidentin bleiben, ich will die Ministerpräsidentin der Rheinland-Pfälzer und Rheinland-Pfälzerinnen bleiben. Und ich sage Euch: Das wird kein Zuckerschlecken in den nächsten Wochen. Das wird ein harter, aber auch – wenn es nach uns geht – ein fairer Wahlkampf.
Die Menschen suchen Halt, sie suchen Sicherheit, sie suchen Zukunft. Das gibt es bei uns, das gibt es bei mir. Lasst uns die Chancen nutzen, die die Zukunft bietet!
Für uns Sozialdemokraten gilt schon immer: Wir sind stark. Wir halten Gegenwind aus. Wir halten andere Meinungen aus. Wir halten Umfragen aus.
Weil wir das Richtige denken. Weil wir das Richtige tun! Wir machen Mut. Und schüren keine Ängste.
Ich kenne mein Land. Ihr alle wisst: Ich komme hier her, ich bin hier geboren. Ich bin hier aufgewachsen. Ich habe hier Karriere gemacht. Ich bin Rheinland-Pfälzerin. Zu 100 Prozent. Ich kenne die Leute, ihre Sorgen und Nöte. Ich kenne das kleine und das große Glück.
Die Menschen erwarten, dass die Probleme gelöst werden. Und genau das mache ich als Ministerpräsidentin. Und deswegen bin ich sicher: Die Frauen und Männer in Rheinland-Pfalz – auch die Zögerlichen, auch die Ängstlichen, auch die Verunsicherten, werden sich für uns, werden sich für mich entscheiden. Wir können sie überzeugen. Wir müssen sie überzeugen. Wir werden sie überzeugen.
Und wir alle stehen für eines: Für Gerechtigkeit. Gemeinsam stehen wir für eine Politik des Zusammenhalts. Gemeinsam kämpfen wir für unsere Überzeugung, Gemeinsam kämpfen wir für Rheinland-Pfalz, für unser Land von morgen! Packen wir es an!